<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>uniwave &#187; Journalism</title>
	<atom:link href="http://www.uniwave.de/log/tag/journalism/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.uniwave.de/log</link>
	<description>&#124; my world &#124; my life &#124; my blog</description>
	<lastBuildDate>Sat, 24 Oct 2009 17:18:49 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Messepeinlichkeiten</title>
		<link>http://www.uniwave.de/log/2008/05/20/entscheidermesse/</link>
		<comments>http://www.uniwave.de/log/2008/05/20/entscheidermesse/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 20 May 2008 20:40:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eljoergen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Personal]]></category>
		<category><![CDATA[2008]]></category>
		<category><![CDATA[entscheidermesse]]></category>
		<category><![CDATA[faktor business lounge]]></category>
		<category><![CDATA[göttingen]]></category>
		<category><![CDATA[Journalism]]></category>
		<category><![CDATA[lokhalle]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.uniwave.de/log/?p=101</guid>
		<description><![CDATA[Am letzten Wochenende fand in der Göttinger Lokhalle bereits zum zweiten Mal die Entscheidermesse> statt. Neben Führungskräften aus Unternehmen der Region war auch ich dabei. Als Mitarbeiter. Mit Funkgerät. In schwarzem Anzug mit unbequemen Schuhen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify; line-height: 150%">Am letzten Wochenende fand in der <a href="http://www.lokhalle.info/">Göttinger Lokhalle</a> bereits zum zweiten Mal die <a href="http://www.entscheidermesse.de/">Entscheidermesse</a> statt. Neben Führungskräften aus Unternehmen der Region war auch ich dabei. Als Mitarbeiter. Mit Funkgerät. In schwarzem Anzug mit unbequemen Schuhen.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%">Von Donnerstag Mittag bis Samstag Nacht reichten die Aufgaben von der Organisation und Durchführung der Akkreditierungsmaßnahmen über Sesselrücken und Foliesammeln bis hin zum Whiskey-Tester und Computer-Fachmann.<br />
Hätte ich einen <a href="http://www.apple.com/de/ipod/nike/gear.html">Schrittzähler</a> gehabt, den Marathon hätte ich wohl geschafft. Aber ich will mich nicht beschweren. Im Vergleich zum letzten Jahr funktionierten viele Dinge diesmal besser. </p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%">Ein kleiner Vergleich:</p>
<p><strong>2008</strong><br />
+ Vortrag Faktor Business Lounge: Mirko Slomka / Dauer: 60 Minuten<br />
+ bessere Organisation insgesamt / am zweiten Tag kaum noch Funkverkehr nötig<br />
+ keine 35 Grad Raumtemperatur<br />
+ gutes Zusammenspiel von Organisationsteam und Lokhallen-Mitarbeitern<br />
+ Do: Pizza, Fr: Buffet, Sa: Burger King</p>
<p>- ständig geöffnete Türen im Eingangsbereich / Akkreditierung ständig im Luftzug<br />
- keine Freigetränke mehr<br />
- Buffet der Faktor Business Lounge (FBL) OK / mit Wartezeiten<br />
- FBL: ungemütliches Ambiente / kaum Stimmung</p>
<p><strong>2007</strong><br />
+ weniger Arbeit für mich<br />
+ Zug im Eingangsbereich angenehm / da 35 Grad Raumtemperatur<br />
+ keine Tüten<br />
+ Freigetränke<br />
+ FBL: Mobiles Buffet / bessere Stimmung</p>
<p>- Vortrag Faktor Business Lounge: Moritz Hunzinger / Dauer: 4 Minuten<br />
- Koordination und Organisation noch ausbaufähig<br />
- unglaublich warm / Lüftung nicht vorhanden<br />
- kaputte Druckmaschinen</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%">?úber die Entscheidermesse gibt es kaum Negatives zu berichten. Die Durchführung war gelungen und das Organisationsteam so angenehm, wie man es sich nur wünschen kann. Einziges Manko: es wurden Unmengen an Müll produziert. So wurden zum Beispiel die Standteppiche mit Folien abgedeckt, die jedoch bereits beim Aufbau wieder entfernt wurden und so ihren eigentlichen Zweck (Teppiche vor Schmutz schützen) verfehlten. Außer, dass ein einsames Musketier sich dabei Knie und Rücken ruinierte, konnte so dem Umweltschutz ein Bärendienst erwiesen werden. Hier herrscht Nachholbedarf. Von überzähligen Flyern und Blanko-Besucherausweisen mit dem sinnvollen &#8220;2008&#8243;-Aufdruck ganz zu schweigen.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%">Eine kurzer Seitenhieb auf die am Freitag Abend veranstaltete <a href="http://www.entscheidermesse.de/flycms/de/screen/12/-/Business+Lounge.html">Faktor Business Lounge</a> muss an dieser Stelle erlaubt sein. Das <a href="http://www.faktor-magazin.de/">Hochglanz-Magazin Faktor</a> hatte bereits zum fünften Mal zum gemütlichen Miteinander der lokalen Wirtschaftsgrößen eingeladen. Unter dem Motto &#8220;Fußball&#8221; begrüßte der stellvertretende Geschäftsführer und Chefredakteur Marco Böhme seine Gäste mit einer Trillerpfeife. Nach einigen dankenden Worten an die Organisatoren von Messe und Business Lounge (gern geschehen!) ließ er es sich nicht nehmen, den Gastredner selbst anzukündigen. </p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%">Was nun folgte, war eine nicht enden wollende Aneinanderreihung von Peinlichkeiten. Mirko Slomka, wenige Tage zuvor als Trainer bei Schalke 04 beurlaubt, wäre ja eigentlich nicht erste Wahl der Veranstalter gewesen. Viel lieber hätte man einen Rainer Callmund, Ottmar Hitzfeld, Jürgen Klinsmann oder Franz Beckenbauer als Gastredner engagiert. Viel zu spät sei man sich dann jedoch darüber klar geworden, dass der letzte Bundesliga-Spieltag mit der Messe übereinfiel. Hier herrschte bereits betretenes Schweigen und die meisten Gäste blickten beschämt zu Boden. Auch wenn Marco Böhme <del>un</del>geschickt um die eigentlich Botschaft herumschiffte (Mirko Slomka war die wirklich letzte Wahl des Faktor-Magazins), war das Boot eigentlich schon zweimal untergegangen.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%">Je später der Abend wurde, desto mehr wurde deutlich, dass die Stimmung des letzten Jahres die FBL dieses Mal nicht erreichen sollte. Spätestens als ein verzweifelter Anlauf genommen wurde, Besucher zum Spenden für das <a href="http://www.palliativ-goettingen.de/">Palliativzentrum</a> in Göttingen zu <del>animieren</del> drängen und mit ersteigerten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gänseliesel">Gänseliesel-Figuren</a> zu &#8220;belohnen&#8221;, nahmen die ersten Gäste Reißaus. Zurecht.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%">Ein Wiedersehen wird es dann erst 2010 geben. Ohne Mirko Slomka. Und vielleicht auch ohne Peinlichkeiten. Zu wünschen wäre es.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.uniwave.de/log/2008/05/20/entscheidermesse/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>ARD &#8220;studiert&#8221; Podcasts</title>
		<link>http://www.uniwave.de/log/2007/01/25/ard-studiert-podcasts/</link>
		<comments>http://www.uniwave.de/log/2007/01/25/ard-studiert-podcasts/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Jan 2007 15:37:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eljoergen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Technology]]></category>
		<category><![CDATA[Apple]]></category>
		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[germany]]></category>
		<category><![CDATA[iPod]]></category>
		<category><![CDATA[Journalism]]></category>
		<category><![CDATA[Press]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.uniwave.de/log/2007/01/25/ard-studiert-podcasts/</guid>
		<description><![CDATA[Podcasts sind eine sinnvolle Ergänzung der traditionellen Radioprogramme. Das ist das Ergebnis der ersten ARD-Podcast-Studie. Im Zeitraum Juli bis September 2006 wurden insgesamt  10.156 Nutzer von Podcastseiten auf den Internetseiten der einzelnen ARD-Landesrundfunkanstalten und von ard.de befragt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify; line-height: 150%">Podcasts sind eine sinnvolle Ergänzung der traditionellen Radioprogramme. Das ist das Ergebnis der ersten ARD-Podcast-Studie. Im Zeitraum Juli bis September 2006 wurden insgesamt  10.156 Nutzer von Podcastseiten auf den Internetseiten der einzelnen ARD-Landesrundfunkanstalten und von ard.de befragt. Die Antworten belegen, dass es keine konkurrierende Beziehung zwischen Podcasts und Radioprogrammen gibt. Im Gegenteil: Die Hörfunkprogramme, und hier vor allem die Informations- und Kulturangebote der ARD, bieten Orientierung bei der Auswahl eines Podcasts. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Podcast abgerufen wird, ist umso höher, je profilierter das Angebot in dem Radioprogramm ist. Die Podcast-Studie bestätigt damit die Erfahrungen der Hörfunkdirektorinnen und -direktoren in der ARD-Hörfunkkommission (HK) mit der wachsenden Verbreitung und positiven Wahrnehmung der Podcast-Angebote. Der Kommissionsvorsitzende, SR-Hörfunkdirektor Frank Johannsen: &#8220;Podcasting ist eine Chance, mit den hochwertigen Sendungen und Beiträgen der vielfältigen ARD-Radioangebote, also mit unseren Marken, noch mehr Hörer zu erreichen und für uns zu gewinnen. Gleichzeitig sind unsere Podcasts die beste Werbung für die klassischen linear verbreiteten Radioprogramme.&#8221;</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%">Besonders deutlich profitieren die Informations- und Kulturprogramme der ARD von der Möglichkeit, Sendungen oder Einzelbeiträge im Podcast zum Abruf bereitzustellen. Die Abrufer dieser Podcasts sind im Allgemeinen jünger als das entsprechende Radiopublikum. Auch sind es insbesondere jüngere Podcast-Nutzer, die über den Podcast erstmals mit einem Informations- und Kulturprogramm in Berührung kommen.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%">
Besonders bei den jüngeren Programmteilnehmern ist der Trend zur zeit- und ortsunabhängigen Nutzung der Angebote deutlich. Über grundlegende Erkenntnisse im Blick auf Podcast-Nutzer verfügt die ARD bereits durch die ARD-/ZDF-Online-Studie 2006. Demnach rufen bereits 4% der Deutschen Podcasts ab. Der &#8220;typische&#8221; Podcast-Nutzer ist männlich (63%), unter 40 Jahre alt (80%) und formal höher gebildet (75%). Die neue Podcast-Studie der ARD zeigt nun, dass die Podcast-Nutzer meist auch Intensiv-Nutzer sind. Rund 80% rufen (und hören) das Angebot regelmäßig ab, ein Viertel sogar täglich. Im Schnitt nutzt jeder &#8220;Podcaster&#8221; 8,1 verschiedene Angebote. Diese werden zum überwiegenden Teil auch gehört (und nicht nur &#8220;gesammelt&#8221;). Entscheidend für die Auswahl der Podcasts ist ihr Inhalt. Thema, Aktualität und Unterhaltungswert sind zentrale Kriterien bei der Auswahl. Formale Kriterien wie Benutzerfreundlichkeit und regelmäßiger Erscheinungstermin sind eher nachrangig. Eine weitere, repräsentative Studie ist derzeit in Arbeit. (Quelle: ARD-Pressestelle)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.uniwave.de/log/2007/01/25/ard-studiert-podcasts/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Das Schreiben der Anderen</title>
		<link>http://www.uniwave.de/log/2007/01/21/das-schreiben-der-anderen/</link>
		<comments>http://www.uniwave.de/log/2007/01/21/das-schreiben-der-anderen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 21 Jan 2007 21:46:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eljoergen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reviews]]></category>
		<category><![CDATA[germany]]></category>
		<category><![CDATA[Journalism]]></category>
		<category><![CDATA[Studies]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.uniwave.de/log/2007/01/21/das-schreiben-der-anderen/</guid>
		<description><![CDATA[Es ist nie einfach ein Portrait zu kritisieren. Neben der porträtierten Sache oder Person spiegelt es doch immer auch den Künstler, den Verfasser oder Macher wider. Wie ein Gemälde den Blick des Malers auf sein Model zeigt, so finden sich in der literarischen Variante unzählige Meinungen und Bewertungen des oder der Autoren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify; line-height: 150%">Es ist nie einfach ein Portrait zu kritisieren. Neben der porträtierten Sache oder Person spiegelt es doch immer auch den Künstler, den Verfasser oder Macher wider. Wie ein Gemälde den Blick des Malers auf sein Model zeigt, so finden sich in der literarischen Variante unzählige Meinungen und Bewertungen des oder der Autoren. Wird ein Buch, ein Gemälde oder eine Fotographie kritisiert, muss auf die Gefahr, die diese Beurteilungen mit sich bringen können, deutlich hingewiesen werden.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%" class="MsoNormal">Wenn die Grenzen zwischen Autor und Subjekt verschwimmen, wenn neben der Ausdrucksweise des Verfassers auch die behandelte Person ins Zentrum rückt, dann ist der Kritiker gescheitert. Den Inhalt vernachlässigen, um Formales in den Vordergrund zu stellen, funktioniert jedoch nur theoretisch. Um die vorhandene Kritik verstehen zu können, müssen die Hintergründe bekannt sein. Eine gewisse „Grundkenntnis“, ohne die jeder Versuch der Beurteilung zweifellos scheitern muss.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%" class="MsoNormal">Vor diesem Hintergrund erscheint eine Rezension des Marcel-Reick-Ranicki-Porträts von Thomas Anz fast schon blasphemisch. Schließlich handelt es sich bei Reich-Ranicki und Anz um zwei der bekanntesten und erfolgreichsten Literaturkritiker der letzten 40 Jahre, die mit ihren Rezensionen und anderen Veröffentlichungen die deutsche Schreibkultur maßgeblich mit beeinflusst haben dürften. Vielleicht gerade deshalb erscheint eine genauere Betrachtung dieses 288-Seiten-Kunstwerkes so reizvoll.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%" class="MsoNormal">Wo Bilder und Skulpturen dem Betrachter noch Spielraum bezüglich seiner Interpretationen lassen, da ist ein Buch schon sehr viel deutlicher. Handelt es sich bei dem Porträtierten nun noch um eine stark polarisierende Persönlichkeit, dann besteht akute Lebensgefahr. Immer muss sich der „Künstler“ fragen, welche Bedeutung seine Wörter haben können. Schließlich ist ein Porträt schon von Natur aus positiv belegt. Über unbeliebte Personen werden Biographien geschrieben. Über alle anderen Porträts. Dennoch sollte mit Fug und Recht davon ausgegangen werden können, dass, wenn ein Literaturkritiker über einen anderen schreibt, neben höflicher Anerkennung der Leistungen auch kritische Worte nicht fehlen. Wenn Kritik geübt wird, dann setzt dies natürlich eine eigene Meinung des Autors voraus. In dem Moment, wo Anz sich jedoch emanzipiert, wird er angreifbar. Bei einer Person wie Reich-Ranicki ist es abzusehen, dass solch ein Zeitpunkt früher oder später erreicht wird.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%" class="MsoNormal">Chronologisch geht Anz bei der Aufarbeitung Reich-Ranickis Leben vor. Mit der Geburt in Polen, über den Weg nach Deutschland, die Verfolgung als Jude während des Zweiten Weltkrieges, die beginnende Liebe zur Literatur bis hin zur politischen Karriere und seiner Arbeit bei diversen Tageszeitungen. Wo immer der Ansatz einer Interpretation zu erkennen ist, folgt sofort die Relativierung in Form eines Zitates. Oft entwendet aus Reich-Ranickis Autobiographie „Mein Leben“, gerne aber auch aus anderen Publikationen von ihm oder über ihn.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%" class="MsoNormal">Angst vor der eigenen Courage scheint Anz zu lähmen. Freundschaft und Bewunderung gegenüber dem Kollegen verhindern ein tiefergehendes Hinterfragen der manchmal doch fragwürdigen Motive Reich-Ranickis. So wird zu Beginn des Buches sein mildes Urteil über die Deutschen, die sich dem Nazi-Regime nicht widersetzten, thematisiert. Statt Überlegungen anzustellen, woraus diese Meinung resultieren könnte, verweist Anz wiederum auf eine Stelle in Reich-Ranickis Biographie und hält wieder die eigene Meinung zurück. Die Angst, in ein Fettnäpfchen zu treten, scheint schwer auf Anz’ Schultern zulasten. Kritisieren lässt er andere für sich, widmet ihnen als &#8220;Reich-Ranickis Freunde&#8221; ein eigenes Kapitel.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%" class="MsoNormal">Die vielen Bilder, farbig unterlegten Einschübe und Erklärungen sowie eine ausführliche Zeittafel und Auswahlbiographie sollen dem Verständnis dienen und für Abwechslung sorgen. Wie ein Filmtrailer wirkt das Porträt. Die Zusammenfassung der Höhepunkte eines Lebens, wobei die Hintergründe (noch) im Dunkeln bleiben. Angerissen wird oft, auf andere Bücher verwiesen noch häufiger. Vielleicht ist dies gar kein Porträt, sondern eine Kostprobe. Ein Ausblick auf die Autobiographie „Mein Leben“. Ein Buch, das Reich-Ranicki nicht zerreißen kann, wohl nicht zerreißen will. Kein Kinoproduzent würde den Trailer seines eigenen Filmes kritisieren. Vielmehr hätte er sich vorher versichert, dass dieser genau nach seinen Vorstellungen entstanden wäre.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%" class="MsoNormal">Wird die &#8211; zurecht &#8211; schillernde Persönlichkeit Reich-Ranickis einmal ausgeblendet, bleibt nicht mehr als ein Gerüst, anhand dessen jeder halbwegs begabte Autor ein Porträt hätte zeichnen können. Anz muss es sich ankreiden lassen, dass er nie über seinen Schatten gesprungen ist, nie die Initiative ergriffen hat, um hinter das Offensichtliche zu sehen. Wer dem Porträtierten so nahe steht, hat die Möglichkeit Einblicke zu erlangen, die über das Bekannte hinausgehen. Hier wäre es interessant gewesen aus einer anderen Perspektive und nicht der Marcel Reich-Ranickis auf diesen Menschen zu blicken, der gerade wegen seiner Geschichte zu den bedeutendsten Personen der Gegenwart zu zählen ist. Dies ist Anz jedoch nicht gelungen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.uniwave.de/log/2007/01/21/das-schreiben-der-anderen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Das Leben des Borat&#8221;</title>
		<link>http://www.uniwave.de/log/2006/12/18/live-of-borat/</link>
		<comments>http://www.uniwave.de/log/2006/12/18/live-of-borat/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Dec 2006 15:40:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>eljoergen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Review]]></category>
		<category><![CDATA[America]]></category>
		<category><![CDATA[Borat]]></category>
		<category><![CDATA[Journalism]]></category>
		<category><![CDATA[Press]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.uniwave.de/log/2006/12/18/live-of-borat/</guid>
		<description><![CDATA[Kritisiere Amerika, und die Welt liebt dich. Was Michael Moore mit seinen Dokumentarfilmen erfolgreich vormachte, hat mit Sacha Baron Cohens Film „Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan“ einen neuen Höhepunkt erreicht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: justify; line-height: 150%">Kritisiere Amerika, und die Welt liebt dich. Was Michael Moore mit seinen Dokumentarfilmen erfolgreich vormachte, hat mit Sacha Baron Cohens Film „Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Glorious Nation of Kazakhstan“ einen neuen Höhepunkt erreicht.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%">Cohan, der sich im englischsprachigen Raum auch als Ali G großer Beliebtheit erfreut, spielt Borat Sagdiyev. Ein kasachischer Journalist, der im Auftrag seiner Regierung nach Amerika geschickt wird. Dort soll er einen Film über das „greates country in the world“, die „US and A“ drehen. Denn Kasachstan hat Probleme: „economic, social and jew“ &#8211; zu deutsch: &#8220;Wirtschaft, Gesellschaft und Juden.&#8221; Die Juden sind es denn auch, die im Film als Ursache allen Übels dargestellt werden. Ironisiert in Form von übergroßen Pappfiguren, werden sie durch kasachische Straßen getrieben oder als Schuldige für die 9/11-Flugzeugentführungen ausgemacht. Ob Cohan das darf ist Ermessens- und Geschmacksfrage. Als Jude steht es ihm frei, über sich selbst und seine Religion Witze zu machen. Was beim „Leben des Brian“ mit den Christen gut funktioniert, sollte hier jedoch anders bewertet werden. Wer Judenverfolgung und Terrorismus ironisiert, muss sich über die Tragweite seines Handelns im Klaren sein. Wenn das Publikum lacht, weil der Waffenverkäufer eine Neun-Millimeter-Pistole als beste Möglichkeit einen Juden umzubringen empfiehlt, dann stellt sich die Frage nach dem Warum. Warum lachen die Menschen? Weil Borat einen Juden umbringen möchte? Weil es tatsächlich einen Verkäufer gibt, der auf diese Frage eingeht? Oder lachen sie, weil Cohan die Rolle des Borats als redegewandter, tollpatschiger, kasachischer Mr.-Bean-Verschnitt ausgelegt hat?
</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%" class="MsoNormal">Der Humor der Borat-Macher ist universell. Mal oberflächlich und obszön, mal vielschichtig, facettenreich und tiefgründig.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%" class="MsoNormal">Cohan dringt in seinen Gesprächen mit Südstaaten-Aristokraten, Waffenverkäufern und Verbindungsstudenten in kulturelle und gesellschaftliche Tiefen vor. Es ist erschreckend, dass es keiner psychologischen und rhetorischen Spielchen bedarf, um dem Rodeo-Veranstalter Hasstiraden gegen Schwule und dem Autoverkäufer die Versicherung, dass der &#8220;Hummer&#8221; bei einem „Unfall“ mit einer Gruppe &#8220;Gypsies&#8221; unbeschädigt bliebe, zu entlocken. Genau in diesen Momenten hat der Film seine Höhepunkte. Es ist nicht Borat, der mit seiner ewig nervenden Art und seinen teilweise sehr drastischen und geschmacklosen Witzen dem Film seine Komik verleiht. Viel wichtiger sind die Kommentare der beteiligten Protagonisten. Da der Zuschauer nie weiß, ob die Szenen gestellt oder tatsächlich so geschehen sind, muss er unweigerlich vieles für amerikanische Realität halten. Beginnt er die Handlung jedoch zu hinterfragen, verliert der Film seinen Charme und seine Aussage. Das Amerikaner dumm sind, ist nichts Neues. Gesellschaftskritische Filme, Dokumentationen und Fernsehserien verkünden dies immer wieder Allen, die es noch nicht wissen. Borat wirft daher nicht den ersten Stein, und wahrscheinlich auch lange nicht den letzten.</p>
<p style="text-align: justify; line-height: 150%" class="MsoNormal">Die 84-Minuten-Produktion aus dem Hause 20th Century Fox ist gleich zweierlei entlarvend. Einerseits bedient Cohan alle gängigen Vorurteile gegenüber Amerikanern. Er deckt jedoch gleichzeitig die fast schon arrogante Überheblichkeit der Menschen in allen anderen Ländern auf, in dem er sie darüber lachen lässt. Wer sich dessen bewusst ist, dem kann dieser Film Spaß machen. Homo-pornographische Elemente werden dem einen oder anderen vielleicht zu weit gehen. Ein Schmunzeln hier und da dürfte aber auch dem unglücklichsten Kritiker über das Gesicht huschen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.uniwave.de/log/2006/12/18/live-of-borat/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

