19 Oct

Wenn Frauen kaufen

Am Wochenende war ich in Hamburg. Ein bisschen arbeiten, ein bisschen spazieren gehen, ein bisschen Geburtstag feiern. Und ein bisschen einkaufen. Mit drei (3) Frauen.

Es fing ganz harmlos an. Mit Schuhen. Das gewünschte Paar war leider schon ausverkauft. In Göttingen gesehen, nach Hamburg gefahren, um es dort zu kaufen. Nunja…

Schon im zweiten Schuhladen hatte ich Probleme einen Sitzplatz in der Männerecke zu ergattern. Männerecken sind Sitzgelegenheiten, bestehend aus Sofas, Stühlen oder Bänken. Manchmal gibt es auch Tische mit Zeitschriften, meistens aber nur paralysierte Männer, die voll Tüten beladen mit ihrem Schicksal hadern. Ihre Blicke schweifen in die Ferne, während Frauen, Freundinnen oder sonstige Bekannt- oder Verwandtschaften mit einem Paar Schuhen nach dem anderen vor ihnen auf- und abcatwalken. Manchmal dringt ein Wort zu ihnen durch. Dann nicken sie stumm, oder schütteln abwesend den Kopf. Insgeheim wissend, dass ihre Meinung eigentlich nicht gefragt ist.

Ich hatte Glück. Alle möglichen Schuhe waren verkauft und andere kamen an diesem Tag nicht in Frage. So trennten sich schon bald unsere Wege, und es war nur noch eine Frau übrig. Was die Sache nicht besser machen muss.

Zara – eine spanische Modemarke (Frauen, korrigiert mich!) und ein Modegeschäft, ähnlich C&A oder H&M, bloß ohne & – stand als nächstes auf der Liste. Tatsächlich gibt es dort auch eine Etage für Männermode. Im Keller, gleich unterhalb der drei Frauenetagen. Da ich allerdings weder Geld noch Platz hatte, blieb es bei einem kurzen Abstecher. Viel interessanter waren die Frauenabteilungen.

Zara

Schuhe auf den Gängen, Kleider aus den Regalen gerissen, Lederjacken sahen wieder aus wie die Tiere, aus denen sie einst hergestellt worden waren. Chaos regierte.

Frauen liefen schreiend zwischen Tischen und Regalen umher. Die Anprobe wurde aus den Kabinen in die G?§nge verlegt. Hamsterkauf modern.

Zara

Und in Mitten dieses Chaos vereinzelt ein paar Männer. Verstohlen umhersehend. Leidgenossen suchend. Telefonierend. Immer den Ausgang im Blick.

Da die Zeit drängte, hielt sich auch der Aufenthalt bei Zara in Grenzen. Vielleicht sollte Mann immer so einkaufen. Mit einer zeitlichen Deadline. Mit anderen Terminen im Hintergrund, die nicht verschoben werden können. Dann muss Frau sich zurückhalten, kann nicht endlos shoppen. Kreditkarte, Wirbelsäule und Nerven werden geschont.

Nur so als Vorschlag.

One Comment

  1. 1
    knarolf
    28. Oct 2008 at 15:11
    Permalink

    Zara ist eine spanische Modemarke und in Spanien sind dort die Männerabteilungen den Frauenabteilungen mindestens ebenbürtig. Aber das nur so am Rande.

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