Es ist vorbei. Statt freiem Arbeitstag in Deutschland gibt es morgen día libre en España! Statt Freibier cerveza sin pagar. Statt miesem Fußball aus Deutschland gewinnt el fútbol lindo del equipo español.
Als hätten wir es nicht gewusst. Ins Finale gestolpert. Gegen die Türkei fast ausgeschieden. Mit Spielern, die in der letzten Saison bei ihren Vereinen mehr Zeit auf der Bank als auf dem Spielfeld verbracht haben. Gegen Spanien. Mit Real Madrid und Barcelona. Seit 20 Spielen ungeschlagen. Alle Spiele der Europameisterschaft bisher gewonnen. Ins Finale gestürmt.
Von Anfang an hinkte die deutsche Nationalmannschaft dem Gegner hinterher. Wo war Ballack? Wo war Podolski? Wo war das gefürchtete Flügelspiel mit Flanken auf die überlegenen – weil größeren – deutschen Spieler? Zwar spielte die deutsche Mannschaft besser als gegen die Türkei, doch an das Niveau des Portugalspiels kamen weder Lahm noch Schweinsteiger je heran. Seltsam eigentlich, dass es am Ende nur Eins zu Null stand.
Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen hatten die Zuschauer den Glauben an die Mannschaft schon lange vor Spielende verloren. Es fehlte der sonst bei den Gegnern so gefürchtete deutsche Wille zum Erfolg. Ein Treffer lag nie in der Luft. Nie schien das Unmögliche noch möglich zu sein.
Deswegen bin ich auch nicht traurig. Ein Fünf zu Sechs im Elfmeterschießen bei ausgeglichenem Spiel wäre schlimmer gewesen. Ich erinnere nur ungern an das Champions-League-Finale von 1999. Als Bayern München in den letzten Minuten zwei Tore kassierte und Manchester United den Titel gewann.
Diesmal war es anders. Spanien war die bessere Mannschaft. Das konnte jeder sehen. Sie spielten schneller, genauer und spielfreudiger als die Deutschen. Und können sich Morgen zurecht als würdige Gewinner in ihrer Heimat feiern lassen.
Ein Trost für die Verlierer bleibt. Nach Platz 3 bei der letzten Weltmeisterschaft und Platz 2 im diesen Jahr, steht gemäß des Gesetzes der Serie bei der WM 2010 in Afrika der Gewinner schon fest.
