November 2007. Mein Flieger ging früh morgens. Von Hamburg über Düsseldorf nach New York. Der Präsidentenflughafen. Gelandet um 16 Uhr Ortszeit. Statt in die U-Bahn in die Eisenbahn nach Long Island gestiegen. Vom netten Schaffner auf das Missverständnis hingewiesen worden.
Ursprünglicher Plan: Apple Store am Central Park besuchen. Einkaufen. Zurück zum Flughafen. Nacht dort verbringen. Am nächsten Tag den Flieger zurück nach Hamburg nehmen.
Stattdessen: netten Menschen im Flugzeug kennengelernt. Hostelzimmer geteilt. Zusammen den Apple Store besucht. Übernachtet. Am nächsten Morgen zurück zum Flughafen. Mit der gleichen Besatzung wie beim Hinflug wieder zurückgeflogen. Man kannte sich.
Einkaufsliste ursprünglich: 2 iPhones (eins für mich / eins zur Refinanzierung des Fluges). Letztlich gekauft: 2 iPhones, einen Shure-Adapter mit Mikrofon, Kopfhörer, Schutzhülle und fast ein Bluetooth-Headset. Fast.
Zwar war der Laden voller Apple-Headsets, aber etwas versteckt wurden auch Bluetooth-Kopfhörer von Bang & Olufsen angeboten. Sehr schick und sehr teuer. Ohne vorherigen Test unkaufbar.

Screenshot vom EarSet 2 by Bang & Olufsen
Zurück in Deutschland durchsuchte ich das Internet nach Rezensionen. Und stieß schließlich auf die Möglichkeit, das Produkt direkt beim Händler in Göttingen ausprobieren zu können. Ein paar Angaben auf der B&O-Seite und wenig später erhielt ich einen Anruf von Radio F?§th. Das Produkt liege bereit und ich könne jederzeit vorbeikommen.
Seitdem ist etwas Zeit vergangen. Ich habe das Headset nie gekauft. Und bisher habe ich es auch nicht vermisst.
Vor wenigen Tagen bekam ich Post von Bang & Olufsen. Der Katalog 2008 und das B&O-Magazin in einem. Natürlich, schließlich hatte ich ja freizügig Name und Adresse rausgegeben.
Im Gegensatz zu zahlreichen anderen Werbeprodukten, wurde der Katalog nicht sofort in die blaue Tonne geworfen. Dafür sah alleine die Verpackung viel zu schön aus.
Stattdessen habe ich ihn gelesen. Und viele interessante Dinge erfahren. Zum Beispiel, dass es auf einer kleinen dänischen Insel einen Menschen gibt, der klassische B&O-Produkte (40 Jahre und älter) restauriert. Dass Salonens basslastige Interpretation von “The Rite of Spring” mit dem Philharmonieorchester von Los Angeles der ultimative Test für jede Soundanlage ist (und ich rede hier nicht von Pseudo-Anlagen a la Teufel…). Dass jeder Katalog nur so gut ist, wie seine Bilder die Produkte präsentieren. Dass Kataloge auch ohne Preise auskommen. Und dies manchmal auch besser ist. Dass ich eines Tages viel Geld haben möchte. Um mir viele schöne B&O-Produkte leisten zu können.
Bis es soweit ist, nehme ich meinen iPod, höre Salonen und lese von Produkten, die nicht von dieser Welt sind. In Bezug auf Aussehen, Qualität und Preis.

3 Comments
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Soweit, so gut, nur: an wen hoffst Du jetzt noch zwei iPhone 1 loszuwerden?!
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Jetzt noch? Das war letztes Jahr. Da war das alles kein Problem. Und warum sollte ich momentan mein eigenes loswerden wollen? Wie es gerade aussieht, wird es wohl keine ähnliche Verkaufswelle von entsperrten iPhone 3G geben, da man sie ohne Vertrag gar nicht wird kaufen können.
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upps, hatte das 2007 übersehen. Blogs sind ja sonst immer so tagesaktuell…
Inhaltlich: in den einschlägigen Experten-Foren spielen B&O keine Rolle. Dort läuft es früher oder später meist auf SHURE hinaus, und mit “nicht in ear” Ohrsteckern ist bekanntlich ohnehin kein Blumentopf zu gewinnen.