Eltern. Das sind meistens Mütter und Väter. Und immer älter als wir, die Kinder. Jedenfalls wenn es die leiblichen sind. Sie rufen uns an. Oft. Manchmal. Nie. Meistens in unpassenden Momenten. Wenn man mit Freunden unterwegs ist. Oder gerade die Pizza aus dem Ofen nimmt. Wenn doch mal ein guter Film im Fernsehen läuft. Dann klingelt das Telefon. Es geht um Banales. Mal fehlt eine Studienbescheinigung, mal wollen sie einfach nur reden.
Neben diesem Eltern gegebenen Mitteilungsbedürfnis und ihrer Informationslust (Eltern sind geborene Journalisten), gibt es häufig auch Anrufe wegen technischer Schwierigkeiten. Und ich rede nicht von der Betankung des Rasenmähers. Oder den Mikrowelleneinstellungen. Es geht um Computerfragen. Denn – man sollte es nicht glauben – auch unsere Eltern sind im digitalen Zeitalter angekommen. Manche früher, manche später. Aber wenn, dann richtig.
Sie kaufen sich Digitalkameras, Laptops und Handys. Und wissen bereits jetzt: umgehen können wir damit eigentlich nicht. Dafür gibt es ja die Kinder. Und deswegen werden wir auch selten vorher gefragt. “Die Kamera gab es bei Penny gerade im Sonderangebot.” “Einen Laptop wollte ich schon immer mal haben.” “Der Mensch von Kabel Deutschland meinte, in Zukunft hat das jeder.”

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Und dann kommen die Anrufe. Wenn das Internet wieder nicht funktioniert: “Ich glaube, ich brauche einen neuen Computer.” Wenn das Navigationsgerät nicht mehr angeht: “Muss man das immer an den Zigarettenanzünder anschließen?” Wenn die Fotos auf dem Kameradisplay zu klein sind: “Gibt es eine Möglichkeit, die auch größer zu sehen?”
Und dann? Dann wird erwartet, dass wir per Ferndiagnose in der Lage sind, die Einstellungen auf dem heimischen Internet-Rechner zu überprüfen. Kleinigkeit! “Also du öffnest zuerst die Systemeinstellungen” – “Brauche ich dafür ‘nen Schraubenzieher?”
Letztendlich muss man sie dann doch auf später vertrösten. Auf den nächsten Heimatbesuch. Und wird mit Kurzangebundenheit “bestraft”. Wenn die wüssten…
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Anmerkung: Es wurde übertrieben. Hier und da. Aber eigentlich kaum.

4 Comments
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Na eher untertrieben. Besonders reizend finde ich immer die Fehlerbeschreibungen: “Der Computer ist schon weder kaputt”. Aha, was denn genau? “Das Internet ist kaputt”. Gut, also läuft der Computer schon mal prima. Aber weiter auflaufen lassen. “Echt? Ich habe vom dritten Weltkrieg gar nichts mitbekommen, und das Pentagon hat uns all die Jahre belogen”.
Verstädnisloses Schweigen, wunderbar diese Insider die nur man selbst versteht, diese gehässigen Momente die in der Zeit vergehen werden wie Tränen im Regen.
Letztlich ist dann immer Mutter mit dem Staubsauger über den DSL-Router gefahren, und davon geht nun mal der Computer kaputt.
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Dahinter dann aber auch die schreckliche Frage: Was werden meine Kinder (oder die meiner Freunde) dann können, wo ich mich so doof anstelle? Oder haben wir jetzt wenigstens das Technik-Gen?
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Ja, darüber habe ich auch nachgedacht. Wollte den Beitrag aber nicht zu lang machen…. Genauso: was werden unsere Kinder später für Musik hören?
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Es ist wirklich völlig untertrieben. Sehr schön gerade gestern, als meine Mutter “mal eben” eBay erklärt haben wollte. Sie habe sich schon von jemandem einen Account einrichten lassen… Alarmglocken. Ich bin schier verzweifelt. Und das alles per Telefon.
Zwei Stunden meines Lebens und zwei Jahre meiner Nerven hat mich das gestern gekostet. Da wahlweise “Jetzt ist dieses blöde Safari kaputt.”, “Die Auktion ist verschwunden!” oder “Ich hab’ das gelöscht!” (was eigentlich?) dazwischenkam, habe ich letztendlich mit zuckendem Mausfinger da gesessen und ersteigert.
Meine Anmerkung, dass doch lieber mal bei einem Kaffee zu machen, wenn ich ohnehin in der Heimat bin, wird wieder ungehört verhallen. Wieder wird sie dann keine Lust haben, sich damit auseinanderzusetzen. Und wieder wird zwei Stunden vor Auktionsende ein panischer Anruf bei mir eingehen.