“Dumm, dadadumm, dadadumm, dadadumm…” – es gibt wohl kaum eine Filmmusik, die so bekannt ist wie die von Indiana Jones. Vielleicht Star Wars. Oder der weiße Hai. Ich muss es wissen. Auf meinem Regal finden sich neben anderen mehr als 80 CDs verschiedener Soundtracks. Und um es kurz zu machen: die Musik ist gut! John Williams hat natürlich auf altbekannte Melodien zurückgegriffen und ein paar neue Stücke hinzu arrangiert. Retten konnte dies den neuen Indiana-Jones-Film leider nicht.
Von Star Wars und Herr der Ringe einmal abgesehen gab es selten einen Film, auf den ich mich so gefreut habe, wie auf den neuen Indiana Jones. Untertitel: Das Königreich des Kristallschädels. Ähnlich wie Star Wars scheint dies jedoch eine hauptsächlich dem männlichen Geschlecht vorenthaltene Faszination für Abenteuer, Spaß und Spannung mit einem Hauch von Fantasie und Science Fiction zu sein, die Frauen kaum verstehen können oder nicht verstehen wollen. Sicher, vereinzelt hatten sich auch Frauen in den Kinosaal verirrt. Aber wen auch immer ich als Begleitung einlud, der die verwies mich auf den anstehenden Kinobesuch von Sex and the City oder darauf, dass er sie die ersten drei Teile nicht gesehen hätte.
Im Verhältnis 4:1 – mit Karten für die letzte Reihe ausgestattet – war es also heute soweit. Nach der üblichen Werbung und einem Hinweis auf die anstehenden Kinofilme (diesen Sommer regnet es Superhelden…) hieß es endlich wieder “Lucasfilm”.
[SPOILER]
Der Film beginnt mit einer etwa 20minütigen Einleitungssequenz in der Wüste von Nevada. Dort gibt es noch immer das Lager, in dem vor mehr als 20 Filmjahren einst die Bundeslade verstaut wurde. Hier trifft Indy (Henry Jones, junior) auf eine Reihe uniformierter Osteuropäer, die den Aufenthaltsort eines alten Artefaktes erfahren wollen, das Indiana vor zehn Jahren ausgegraben hatte. Dies entpuppt sich schließlich als ein magnetisches Alien in einem Metallsarg. Kling verrückt? Ist es auch. Auf der obligatorischen Flucht gelingt es dem immer noch recht rüstigen Harrison Ford, seine Verfolger abzuschütteln und in ein Bomben-Test-Dorf zu fliehen. Natürlich tickt der Countdown und es bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich in einem Kühlschrank zu verstecken (Indiana tiefgekühlt) und so die Bombe zu überleben.
Jetzt wird es konfus. Wegen seiner Begegnung mit dem KGB, soll Henry in der Universität seinen Hut nehmen. Der Dekan stellt sich jedoch vor ihn und kündigt seinerstatt. In seiner Ehre gekränkt, nimmt dieser jedoch sprichwörtlich seinen Hut und macht sich auf den Weg nach Leipzig, nur um bereits im Startbahnhof von einem Jungen namens Mutt (Shia LaBeouf) angehalten zu werden. Dieser erklärt ihm, dass seine Mutter entführt worden sei. Diese hätte ihm gesagt, dass nur Indiana den Kristallschädel finden und sie damit befreien könnte.
Ein paar Schlägereien später befinden sich die beiden samt Motorrad auf dem Weg nach Peru, wo der Kristallschädel versteckt sein soll. Verfolgt werden sie dabei ständig von den anfangs genannten Osteuropäern. Auf einem gemütlichen Friedhof werden die beiden fündig. Die Freude ist jedoch nur kurz. Bereits am Ausgang werden sie vom KGB erwartet. Dieser verlangt von Indiana, den ursprünglichen Aufenthaltsort des Kristallschädels herauszufinden. Es kommt zum Wiedersehen mit einer alten Bekannten und schließlich erfahren die Zuschauer, wer der wahre Vater von Mutt ist.
Relativ schnell wird der originale Aufenthaltsort ausgemacht. Nach einer wilden Verfolgungsjagd durch den Dschungel neben dem Amazonas und auf dem Wasser desselben, findet sich die kleine Familie in einer Grabkammer voller Kristallskelette wieder. 13 an der Zahl, jedoch nur zwölf mit Köpfen. Bei der Wiedervereinigung kommen wundersamerweise alle KGB-Agenten um und nur Indiana und seine Freunde können sich retten. Das UFO mit den 13 Außerirdischen verschwindet derweil in einer Zwischengalaxie.
Und am Ende wird geheiratet.
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Ja, ich bin enttäuscht. Vielleicht habe ich wie bei Star Wars – Episode 1 zu viel erwartet. Aber wenn George Lucas und Steven Spielberg nach vielen Jahren endlich wieder zusammenarbeiten, sollte man wenigstens ein wenig Anspruch erwarten. Vielleicht ist Anspruch der falsche Begriff. Spaß? Hintergrund? Oder Leichtigkeit?
So traurig es klingen mag, heute wurde ein Held meiner Kindheit zu Grabe getragen. Oder vor den Traualtar geführt. Ich weiß nicht, was schlimmer ist…

4 Comments
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Was hast DU denn für Illusionen? Anspruch und George Lucas gehen doch überhaupt nicht überein! Eiggntlich kann man nur froh sein, wenn Georgie nicht zu viel Schaden anrichtet. Am besten auf der Skywalker-Ranch einsperren!
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BTW: Das Theme hier im Blog ist Grütze. Usability gleich Null, gefühlte 20 Klicks bis man endlich bei einem Beitrag ist. Bitte nimm mal was mit etwas mehr Übersichtlichkeit, ich fühle mich ja hier wie bei NKW. Bei dem finde ich auch nie irgendwas.
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Ich wollte ja gar keinen Anspruch. Aber wenn du den Film heute abend gesehen hast, wirst du vielleicht merken, worum es mir geht. Die Leichtigkeit ist verschwunden und hat Platz gemacht für konfuse Erzählstränge und wahnwitzige Ideen. Doch was einst lustig und spannend war, verkommt zu Absurdität und Lachhaftigkeit…
Und: ja, an dem Thema arbeite ich noch…
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Wahnwitzige Erzählstränge gibt’s in jedem Indy, inkl. allem Möglichem an Absurditäten. Und die vermeintliche Leichtigkeit gibt es nur in “Crusade”, da brauchen wir uns nichts vorzumachen. War damals übrigens einer der Kritikpunkte am Film: zu viel Humor.