Auf den ersten Blick lustig und harmlos erscheinen Aktionen à la “Sturm auf McDonalds”, wie sie neuerdings in verschiedenen Großstädten abgehalten werden.
Über das Internet und Mundpropaganda verabreden sich bis zu 500 Menschen meist jüngeren Alters zur “größten Massenbestellung bei McDonalds”. Was vor dem Hintergrund begann die Leistungsfähigkeit der McDonalds-Mitarbeiter und vor allem die Größe ihres Lagers auszutesten, entwickelte sich bald zu einem Wettstreit zahlreicher deutscher (Groß)Städte. Am 31. März fand in Berlin der letzte zweifelhafte Rekordversuch statt. Nachdem Ibbenbüren die Latte mit 2.572 Burgern relativ hochgelegt hatte, gingen in der Filiale am Berliner Hauptbahnhof letztendlich 2.581 Fleischbrötchen über die Theke. Zulässig waren nur die sog. 1-Eur-Hamburger, bestehend aus Chicken-, Cheese- und einfachem Hamburger. Insgesamt knapp 2 Stunden benötigten die Angestellten, um den hungrigen Mob zu befriedigen.
Heute Abend hat ProSieben in seiner Pseudo-Wissenschaftssendung Galileo über das Spektakel berichtet. Hätte ich es sonst bemerkt? Wahrscheinlich nicht. Warum ich sowas überhaupt sehe? Geschicktes Placement direkt nach den Simpsons. Vom Donut-King zum Burger-King. Was in Amerika funktioniert, scheint auch hier manchmal erfolgreich zu sein.
So spontan, wie ProSieben und die Organisatoren – drei pickelige Bleichgesichter in schwarzen T-Shirts mit “Sturm auf McDonalds”-Aufdrucken versehen – uns vermitteln wollten, kann die ganze Aktion jedoch nicht gewesen sein. So waren die Kameras bereits vor der Entscheidung, welche Filiale “angegriffen” werden soll, vor Ort und auch bei der Organisation des Events ließ man sich gerne über die Schulter filmen.
Kein Wunder also, dass McDonalds nicht die Burger ausgingen, dass der Rekord geknackt wurde und dass man am Ende sogar großzügig auf die fehlenden 200 EUR verzichtete. Dafür gab es schließlich jede Menge Publicity und freie Werbezeit zur Primetime in Deutschlands liebstem Fernsehzimmer.
Ich finde es problematisch, wie rücksichtslos gerade ProSieben seit einiger Zeit versucht, Werbung als Wissenschaft zu verkaufen. Solange es jedoch Menschen gibt, die sich den Mist ansehen und ggf. auch noch als Podcast auf den MP3-Spieler ziehen, wird wohl auch der nächste Rekordversuch beim “Sturm auf den 99-Cent-Laden” erfolgreich Quote und Umsatz bringen.

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Für über 2.500 Burger knapp 2 Stunden…das nenne ich eine Leistung der Mitarbeiter! Nur ist der Ort und die Art und Weise, wie dieser Rekord in den Medien verbreitet wird sicher nicht in Ordnung.